longe & doppellonge

Kommunikation & Muskelaufbau


Finja an der Doppellonge.
Finja an der Doppellonge.

Kaum eine Trainingsmethode wird so unterschätzt, wie das Longieren.

 

Die Arbeit am Kappzaum und Leitseil nutze ich zur Sensibilisierung, zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Mensch und Pferd und zum entspannten Muskelaufbau.

 

Die Doppellonge nutze ich besonders gerne, um junge Pferde auf die Arbeit unter dem Sattel vorzubereiten und ihnen Zügelhilfen verständlich zu machen, ohne dass sie direkt gleichzeitig mit Reitergewicht konfrontiert werden.

Ich arbeite hier viel mit Stimme, um die einzelnen Kommandos dem Pferd zu verinnerlichen und sie später in jeder Situation abrufen zu können. Halbe und ganze Paraden, das Annehmen und Nachgeben - alles lässt sich hier bestens antesten und später perfektionieren.

An der Doppellonge lässt sich das losgelassene Vowärts Abwärts optimal mit Stellung und Anlehung im Wechsel kombinieren. Seitengänge und die Arbeit am Langzügel können so bestens vorbereitet werden.

So eignet sich die Doppellonge ideal als sanfte und pferdegerechte Alternative zum Longieren mit starren Ausbindern, zum Vorbereiten und Ausbilden von jungen Pferden und als abwechslungsreiche Trainingsmethode.

Longe Longieren Longenarbeit Doppellonge Haflinger
Stanley an der Longe beim Angaloppieren aus dem Schritt.

Denn Longieren kann so viel mehr sein, als das Pferd im Kreis um einen herumlaufen zu lassen ...
Richtige Longenarbeit kann den Muskelaufbau und auch das Reiten optimal unterstützen, das Pferd geraderichten und die Kommunikation zwischen Mensch und Pferd verbessern.

Früher wusste ich nicht um die vielfältigen Möglichkeiten des Longierens und ich habe es nur dafür genutzt, mein Pferd zu bewegen.
Heute würde mir das nicht mehr in den Sinn kommen, denn geschieht ein Longieren ohne Konzept, bringt man das Pferd in eine für es unangenehme Haltung, provoziert körperliche Schäden für das Pferd und macht sich so den Muskelaufbau und vor allem das Reiten nicht nur schwerer, sondern arbeitet sogar dagegen.

Pferde sind natürlich schief. Das bedeutet, dass es in ihrer Natur liegt, in sich nicht gerade zu sein. Sie werden entweder links hohl oder rechts hohl geboren, ähnlich, wie wir Rechts- oder Linkshänder sind.
Dadurch belasten sie ohne Korrektur immer ein Vorderbein mehr, als das andere. Sie fallen förmlich auf diese Schulter.
Bringen wir das Pferd dann auch noch auf eine kreisförmige Linie, gleicht es schnell einem Motorrad in der Kurve und belastet die unteren Gelenke der Vorhand nur noch mehr.
Werden nun auch noch zusätzlich Hilfszügel oder eine Longierhilfe verwendet, wird das Pferd nur noch mehr in eine Haltung gezwängt, bekommt kein vernünftiges Körperbewusstsein, drückt den Rücken durch, anstatt ihn aufzuwölben und überbelastet die Vorhand.

Es ist unabdingbar für ein gesundes Pferd, das Longieren zunächst vorzubereiten, ein Bewusstsein für die natürliche Schiefe zu bekommen und unentwegt an der Geraderichtung des Pferdes zu arbeiten.
Dies geschieht zunächst am Boden nah bei dem Pferd und lässt sich dann auch auf die Ferne in einem Longieren übertragen.

Außerdem kann man an der Longe wunderbar an der eigenen Körpersprache feilen und die Verbindung zu seinem Pferd stärken. Das Longieren kann so eine tolle Vorbereitung für die Freiarbeit sein.

Ich finde es sehr schade, dass gute Longenarbeit so unterschätzt wird und sehe anstelle einer schönen Dehnungshaltung viel öfter Pferde, die um den Menschen herum zentrifugiert werden und dass die sich dabei nicht lang legen ist auch schon alles ...

 

Newsletter Anmeldung

Regelmäßig lehrreiche Artikel, Übungen, Lehrvideos und weitere tolle Angebote!

 

Melde Dich jetzt kostenlos an!

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.


Aktuelles

Hier gelangst Du auf den Pferdedenker Instagram Account

und kannst uns im Alltag mit den Pferden begleiten