Seelenpferde


Ramiro (Commissario Bello)

Ramiro ist immer ein wahrer Charmeur und wickelt jeden um den kleinen Finger
Ramiro ist immer ein wahrer Charmeur und wickelt jeden um den kleinen Finger

Die Geschichte vom Herrn Commissario und mir zusammen zu fassen, wird mir schwer fallen...

Mein Ramiro ist ein inzwischen sechzehnjähriger Amerikanischer Traberwallach und mein erstes eigenes Pferd.

 

Fangen wir damit an, dass ich ihn 2010 siebenjährig kurz nach seiner dreijährigen Rennbahnkarriere kaufte.

Man konnte sich auf ihn setzen, von wirklichem Reiten aber keine Rede. Mit viel Mühe und noch mehr Geduld haben wir uns Schritt für Schritt nicht nur eine gesunde Körperhaltung für ihn erarbeitet, sondern vor allem eine Beziehung zueinander.

Er wurde erst vierjährig gelegt und zeigte sich sehr dominat, zwischenzeitlich sogar aggressiv (Steigen etc.). Mit der Gerte konnte man ihm gar nicht in die Nähe kommen und auf kleinsten Druck reagierte er sofort mit noch mehr Gegendruck.

 

Traberwallach Fellsattel Equizaum gebisslos
Ramiro Mai 2019 das zweite Mal auf dem Platz unter dem Reiter seit fünf Jahren

Wir begannen mit entspannten Ausritten und sehr viel Bodenarbeit. Ich habe ihn viel an der Doppellonge gearbeitet, um ihm schonend ein Vorwärts Abwärts und die Anlehung nahe zu bringen. Dies gestaltete sich alles andere als leicht, denn Traber werden bei Rennen so verschnallt, dass sie gezwungen werden, den Kopf beim Laufen hoch zureißen.

Doch irgendwann machte es "klick" bei ihm und er lief wunderschön, trug sich sehr schnell selbst und war immer fleißig.

Seine enorme Schubkraft aus der Hinterhand machte ihn zu einem idealen Allrounder für Springen und Dressur und an beidem zeigte er viel Spaß, wenngleich er das Springen bevorzugte.

So schwierig wir es zu Beginn hatten, umso dankbarer bin ich ihm für jede Sturheit und jede noch so kleine Reaktion auf mein Verhalten. Denn er hat mir so unendlich viel beigebracht über die Pferdesprache, richtige Kommunikation und wie man Verhalten nicht nur deuten, sondern voraussehen kann.

Heute gehe ich mit ihm spazieren und reite ihn ohne Halfter, Trense, Sattel,... und ich weiß, dass er jeden meiner Gedanken empfängt und meine Bitten an ihn umsetzt.

 

Wir vertrauen uns gegenseitig wirklich zu 100%
Wir vertrauen uns gegenseitig wirklich zu 100%

Leider wurde vor ca. fünf Jahren eine große Knochenzyste bei ihm diagnostiziert, Arthrose, Chips, ein abgerissener Meniskus und eine  Fraktur im Kniegelenk. Er muss wöhrend seiner Rennzeit einen sehr sehr schweren Unfall gehabt haben. Wir haben eine extrem harte und kräftezehrende Zeit hinter uns, doch ich würde mich jederzeit wieder für ihn entscheiden.

Er wird nie wieder voll reitbar sein, doch das ist für mich nicht wichtig. Solange er glücklich ist und ein pferdegerechtes Leben führen kann, bin ich der glücklichste Mensch. Er bringt mich immer wieder zum Staunen und bleibt für immer mein starker Kämpfer und mein Seelenpferd.

Auf den folgenden Bildern kannst Du sehen, wie er sich nun nach seiner Zwangspause innerhalb kürzester Zeit durch effektives Training am Boden entwickelt hat:

 

Pferd Knochenzyste Rehabilitation Meniskus Kniegelenk Kniefraktur
Ramiro oben im Frühjahr 2017 und unten im Frühjahr 2018
Ramiro oben im Winter 2017 und unten im Frühjahr 2019
Ramiro oben im Winter 2017 und unten im Frühjahr 2019


Castizo's Destiny (Boss Hoss)

Castizo ist ein siebenjähriger Traberwallach, den ich im April 2018 direkt von der Rennbahn gekauft habe.

Er ist bereits als sehr junges Pferd antrainiert worden, hat sehr gute Leistungen erbracht, doch fühlte sich im Rennsport nie Zuhause.

Er zeigte nervöses, schwer händelbares und teils sogar aggressives Verhalten. Seine letzten Besitzer haben ihm zu Liebe entschieden, dass er sein weiteres Leben als Freizeitpferd verbringen darf und so landete er bei mir.

Das erste halbe Jahr hatte er bis auf einige Spaziergänge Pause und durfte erstmal ganz in Ruhe ankommen.

 

Traberwallach Traber Rennpferd Muskelaufbau
Castizo oben im April 2018 am Tag des Kaufes und unten im April 2019 nach einem Jahr bei mir

Er wird nun klassisch an der Hand und langsam auch unter dem Sattel ausgebildet. Mein Fokus liegt dabei auf einem guten Körpergefühl für ihn. Er ist sehr groß und weiß seine langen Beine manchmal nicht recht zu sortieren. Daher bekommt er alle Zeit der Welt, noch in Ruhe fertig zu wachsen und sein Körperbewusstsein zu schulen.

 

Seit er bei mir ist, haben wir unser Training bereits dreimal für mehrere Wochen unterbrechen müssen. Es fing mit einer Lahmheit hinten links an, aufgrund derer dann eine bereit frührer bestehende Kniegelenksentzündung, angerissene Kniebänder und eine Zyste diagnostiziert wurden. Mein Tierarzt konnte ihm aber direkt helfen und er erholte sich so, dass er keine langfristigen Schäden behalten wird. Er wird vermutlich einen Unfall in der Vergangenheit gehabt haben.

Nicht viel später plagte ihn ein Hufgeschwür und als das abgeheilt und wir gerade wieder beim Antrainineren waren, folgte ein Bluterguss im Huf, der ihn auch noch einmal einige Wochen außer Gefecht setzte.

Nun haben wir alles überwunden und er ist wieder normal im Training. Trotz der vielen Pause hat er sich im ersten Jahr bei mir prächtig entwickelt.

 

Castizo das erste Mal unter dem Sattel
Castizo das erste Mal unter dem Sattel

Ich habe unheimlich viel Freude an ihm. Er ist ein absoluter Blickfang und sehr menschenbezogen und verschmust.

Wenn ich ihn nach dem Training auf die Wiese bringe und ein anderes Pferd wieder mitnehme, kommt er immer wieder an und möchte noch einmal mitkommen. Er ist super motiviert, lernt unheimlich schnell und weiß seine langen Beine immer besser zu sortieren.

Ein absolutes Traumpferdchen und zugleich eine Herausforderung, genau, wie ich es mir gewünscht habe. Ich bin sehr gespannt, auf alles was noch kommt und wohin unsere Reise gehen wird.


Rhydfandigaid Trydan

Rhydfendigaid Trydan ist ein elfjähriger Welsh D Wallach und trat ganz unverhofft in mein Leben. Sein Name stammt aus Wales und bedeutet so viel wie Störrische Elektrik.

Ich kenne ihn schon eine ganze Weile, da er eines meiner Trainingspferde war. Nach einer sehr traumatischen Vergangenheit landete er in einem liebevollen Zuhause, doch konnte seine alten Geister einfach nicht loslassen...

Er kam bereits als Fohlen aus Wales nach Deutschland, lebte bis er ca. drei Jahre alt war bei einer Züchterin und wurde dann weil er nicht als Deckhengst eingesetzt wurde, weiter verkauft.

Im neuen Zuhause müssen ihm einige unschöne Dinge widerfahren sein, die dieses hochsensible Pferd langfristig prägten. Seine nächste Station sollte bei einer liebevollen Familie sein, die mich zu Rate zog, um einen Zugang zu Trydan zu finden. Wir haben eine Weile bei ihm Zuhause mit ihm gearbeitet und dann die Möglichkeit eines Vollberitts bei mir am Hof in Erwägung gezogen.

Garrocha Galopp Welsh D Wallach Trydan Rhydfendigaid Working Equitation
Trydan im Galopp an der Garrocha

So kam er zu mir und wir wollten einfach schauen, ob er sich in einer anderen Umgebung besser entwickelt. Dem war so, sehr sogar.

So haben wir dann gemeinsam entschieden, dass Trydan fest bei mir einzieht und meine Dreiergruppe toller Jungs komplettiert. Ich hätte nicht damit gerechnet, in so kurzer Zeit von einem auf drei Pferde zu kommen, doch es geht ihm inzwischen so gut und er wächst immer über sich hinaus, blüht auf und ich bin so sicher, dass alles Schicksal gewesen ist. Ich bin sehr glücklich, ihn an meiner Seite zu wissen.

Wir verbringen unsere Zeit am liebsten mit Freiarbeit und Spielen, doch auch die Klassische Dressur, Working Equitation und die Arbeit an der Garrocha bereiten uns beiden viel Freude.

Trydan oben Ende August 2018 bei seiner Ankunft bei mir und unten im April 2019 nach acht Monaten Training
Trydan oben Ende August 2018 bei seiner Ankunft bei mir und unten im April 2019 nach acht Monaten Training

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