Du musst härter werden!


 

Wenn jemand einen anderen dominiert, besteht stets eine potentielle Gefahr für Gewalttätigkeit. - Monty Roberts

Wie kann sich jemand anmaßen, sich über ein anderes Lebewesen zu stellen und zu sagen “Du tust, was ich Dir sage, sonst tue ich Dir weh!”?
Geht man so mit einem Partner um, kann man Gehorsam entstanden aus Angst erwarten, aber keine ehrliche Motivation.
So jemand ist nicht gleichberechtigt, sondern wird gezwungen und dominiert.
Doch sollte es nicht darum gehen, Freude an der Zusammenarbeit zu finden?
Stellt man ein Fluchttier vor eine Konfrontation gibt es nur zwei Auswege: Kampf oder Flucht.
Gleichberechtigtes Pferdetraining bietet eine Alternative, nämlich Partnerschaft.

Zwingt man ein Kind zum Klavierspielen, anstatt es dazu zu motivieren, wird es niemals herausragende Leistungen erbringen.
Hier liegt der Unterschied zwischen Fügsamkeit und Engagement. Zwinge ich das Kind, ist es bereit nur so viel zu tun, wie nötig ist, um keine Sanktionen zu erwarten. Motiviere ich das Kind, kann es Hervorragendes leisten.
Oder stellt Euch vor, es ist Euer erster Schultag. Der Lehrer kommt und zieht Euch eine Kette durch den Mund und über die Nase. Er zieht heftig daran, schlägt Euch mit einer Peitsche wenn Ihr flüchten wollt und schreit Euch an.
Wie wird wohl Eure Beziehung zu diesem Lehrer?
Und wie werdet Ihr überhaupt über Schule denken?

Wenn etwas nicht klappt, hört man gleich: “Du musst härter werden! Du musst zeigen, wer der Chef ist!”
Pferde können nicht ihren Mund öffnen und uns verbal mitteilen, was sie gerade möchten und was nicht.
Sie kommunizieren über Körpersprache. Wenn ein Pferd also unterm Reiter buckelt, sollte man nicht “härter” werden und es darin bestärken, dass ein Reiter auf dem Rücken unangenehm ist, sondern versuchen zu verstehen, was das Pferd einem damit sagen möchte, also das Problem eruieren, um es anschließend zu lösen.
Steigt ein Pferd und ich schlage es zur Bestrafung, bestätige ich es darin, wie unschön es gerade in meiner Nähe ist und, dass auch ich einen Kampf will. Und das kann wirklich gefährlich enden, denn einen Kampf mit einem 600kg schweren Tier kann man nur verlieren.

Alleine das Wort “Dominanz” findet in meinem Pferdetraining keinen Platz. Ich will mein Pferd nicht dominieren. Ich will, dass es mir gerne die Führung überlässt und sich mir freiwillig anschließt. Und das tun Pferde, wenn die Beziehung stimmt, denn sie geben gerne die Verantwortung, ständig aufzupassen ob Wölfe kommen ab. Sie sagen gern: “Ich möchte mich nicht unterwerfen, aber einer von uns beiden sollte die Führung übernehmen und ich würde mich freuen, wenn Du das tust.”
Eines der ersten Dinge, die ich beim Kennenlernen mit neuen Pferd-Mensch-Paaren klarstelle: wir zwingen das Pferd niemals zu etwas, das es nicht will. “Der muss da jetzt durch” gibt es nicht. Meinen Partner oder meine beste Freundin zwinge ich auch nicht zu tun, was ich will.
Ein Pferd, dass mit seinem Menschen nicht bereit ist, alles zu tun und überall hinzugehen, sieht ihn (noch) nicht als gleichberechtigten Partner und da sollte angesetzt werden, anstatt nur mit Druck und Zwang Symptome zu bekämpfen.

Liebevolle Konsequenz:
Es geht nicht darum, dass man keine Grenzen aufzeigen soll, sondern um die Art und Weise der Kommunikation und zu entscheiden: wähle ich Konfrontation oder Partnerschaft? Zwinge oder motiviere ich?

Gewalt ist niemals eine Lösung!

 

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